Wirtschaftlichkeit

Eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung erfordert die Gegenüberstellung von Erlösen und Kosten. Im Vergleich erweist sich das konventionelle Freibad als die deutlich wirtschaftlichere Variante.

Die Argumente in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit sprechen klar für eine Badsanierung als konventionelles Freibad.

 

Frischwasserzufuhr kann Kostenfalle werden.

„In einem Naturbad muss der KH-Wert (Karbonathärte) beziehungsweise der ph-Wert immer eine bestimmte Grösse haben, damit das Wasser nicht durch Algenbildung trüb wird oder es gar zu einer Keimbelastung kommt. Da wir in der Stadt Schopfheim sehr weiches Wasser haben, müssen dadurch grosse Mengen an Karbonat zugeführt werden, und auch an heissen Tagen zusätzlich grosse Mengen an Frischwasser.“

Peter Schelb Schopfheim, Badische Zeitung

 

Unser Fazit

In einer reinen Kostenbetrachtung ist das relevante Entscheidungskriterium nicht die Investitionssumme, sondern die Höhe der laufenden Betriebskosten. Ein „Kostendeckel“ in Bezug auf die Baukosten macht deshalb keinen Sinn.

Im Vergleich mit einer stabilen Situation beim konventionellen Freibad ist bei einem Naturbad mit einer rückläufigen Zahl an Badegästen und einem damit verbundenen Einnahmenrückgang zu rechnen.

Die Genauigkeit der vorgelegten Kostendaten ist nicht ausreichend ausgeprägt worden.

Eine realistische Nachführung der Kostenpositionen zeigt, dass das konventionelle Freibad die um ca. 200.000 bis 300.000 Euro geringeren jährlichen Betriebskosten aufweist.

Das konventionelle Freibad deckt wesentliche Kriterien der aktuellen Förderprogramme ab. Eine Förderung kann den finanziellen Handlungsspielraum signifikant erweitern.

In der Gegenüberstellung von Erlösen und Kosten erweist sich das konventionelle Freibad als die deutlich wirtschaftlichere Variante.

 

Im Detail

Entscheidungskriterien

Entscheidungsrelevant für eine Investition ist nicht die Investitionssumme, sondern die sich nachfolgend daraus ergebenden laufenden Betriebskosten. Insofern machen Aussagen über einen „Kostendeckel“ in Bezug auf die Baukosten keinen Sinn. Da sich die Baukosten anteilig in den Betriebskosten im Stadthaushalt wiederfinden, sollte in einer reinen Kostenbetrachtung eine Entscheidung auf den realistisch zu erwartenden Betriebskosten basieren.

 

Erlöse

In den Daten der Stadt Schopfheim bleibt die Erlössituation komplett unberücksichtigt. Bei der Variante des konventionellen Freibads kann man davon ausgehen, dass die Attraktivität des Bads mindestens erhalten bleibt. Deshalb ist grundsätzlich mit stabilen bis eventuell auch leicht erhöhten Besucherzahlen zu rechnen. Kürzere Öffnungszeiten, niedrigere Wassertemperaturen, Meldungen über Keimfunde und sich daraus ergebende Schließtage führen bei einem Naturbad zu geringeren Besucherzahlen. Unterstützt wird diese Annahme durch das klare Votum des Bürgerbegehrens.

Eine Erhöhung der Anzahl an Badegästen beim konventionellen Freibad um 10 % sowie ein Rückgang beim Naturbad um 10 % stellt eine optimistische Variante dar. Ein realistischer Ansatz wäre die Annahme stabiler Zahlen beim konventionellen Freibad und ein Rückgang um 30 % beim Naturbad.

 

Datengenauigkeit

Die Genauigkeit der vorgelegten Kostendaten reicht als Grundlage für einen Gemeinderatsbeschluss, wie er im Juli 2025 getroffen wurde, nicht aus. Die Ausprägung der betrachteten Varianten (und gegebenenfalls von weiteren Alternativen) hätte zunächst deutlich vertieft werden müssen. Auch zur Beantragung von Fördermitteln müssen Daten mit höherer Genauigkeit vorgelegt werden.

 

Kosten

Die Baukostenaufstellungen der beiden Varianten sind nicht vergleichbar ausgeprägt. Beim Naturbad fehlen Baukosten in relevanter Größenordnung. Dies betrifft zum Beispiel umfangreiche Erdaushub- und Betonarbeiten, die zur Vergrößerung der Wasserfläche erforderlich wären. Die fehlenden Baukosten finden sich dann auch nicht in den Betriebskosten wieder.

Die Betriebskostenaufstellung weist für das Naturbad zusätzliche Personalkosten auf, allerdings nur für Arbeiten, die vor oder nach der Saison anfallen. Der erhöhte und zusätzliche Pflege- und Reinigungsaufwand im laufenden Saisonbetrieb wird nicht berücksichtigt.

Bei den mikrobiologischen Analysen wird in den Daten der Stadt Schopfheim von einer monatlichen Messung ausgegangen. Das Umweltbundesamt empfiehlt im ersten Betriebsjahr wöchentliche, danach eventuell auch 14-tägige Messungen sowie eine Erhöhung der Messfrequenz bei Überschreitung der Grenzwerte. Die Betriebskosten sind dementsprechend höher anzusetzen.

Führt man die aufgefallenen Positionen mit realistischen Werten nach, so ergeben sich für das konventionelle Freibad um ca. 200.000 bis 300.000 Euro geringere jährlich wiederkehrende Betriebskosten im Vergleich mit der Naturbadvariante.

 

Förderung

In Bezug auf die Aspekte des Schwimmunterrichts, des Kinder- und Jugendschwimmens, der DLRG-Ortsgruppe sowie der Nutzung durch Vereine und Schulen hat Schopfheim mit seinem konventionellen Freibad sehr gute Argumente bei der Vergabe von Fördermitteln. Diese Sanierungsvariante deckt wesentliche Kriterien der Förderprogramme ab. Die Zuweisung von Fördermitteln würde den finanziellen Handlungsspielraum signifikant erweitern.

 

Wirtschaftlichkeit

In einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung werden Erlöse und Kosten gegenübergestellt. Für das konventionelle Freibad ist eine stabile Erlössituation zu erwarten, während beim Naturbad mit rückläufigen Zahlen zu rechnen ist. Der deutlich aufwendigere und ressourcenintensivere Betrieb eines Naturbades zeigt sich in den deutlich höheren Betriebskosten.

In Kombination der Erlös- und Kosteneffekte erweist sich das konventionelle Freibad als die deutlich wirtschaftlichere Variante.

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.