Was bedeutet ein Naturbad?
Ein Naturbad ist ein technisch anspruchsvolles System.
Neben den eigentlichen Badebecken sind großflächige Regenerations- bzw. Pflanzenfilterbereiche erforderlich, in denen das Wasser biologisch aufbereitet wird. Sowohl die Becken als auch die Filterbereiche werden in der Regel mit Kunststofffolien abgedichtet.
Ein Naturbad bringt somit Einschränkungen bei Wasserqualität, Wassertemperatur, Kapazität und Betriebssicherheit mit sich und ist aus unserer Sicht für Familien mit kleinen Kindern, Senioren, Sportschwimmer, Vereine und Schulen weniger gut geeignet als ein konventionelles Sport- und Familienbad.

Folgen für Fläche und Umfeld
Die Regenerationsbereiche benötigen viel Platz. Dieser zusätzliche Flächenbedarf geht auf Kosten von Liegewiesen und vorhandenen Bäumen.
Wasserqualität & Keime
Mit der gewählten Art der Wasseraufbereitung kann nicht dieselbe Wasserqualität erreicht werden, wie sie in einem konventionellen Freibad gewährleistet ist.
In Naturbädern sind höhere Keimzahlen zulässig, die in einem konventionellen Bad nicht akzeptiert würden. Beim Naturbad sind bis zu 100 Kolibakterien pro 100 ml Badewasser erlaubt, beim konventionellen Bad liegt der Grenzwert bei 0 Kolibakterien pro 100 ml.
Temperatur und Umwelt
Um das Wachstum von Keimen und Algen zu begrenzen, empfiehlt das Umweltbundesamt für Naturbäder eine maximale Wassertemperatur von 23 Grad.
Um diese Temperatur einzuhalten, muss regelmäßig kühles Trinkwasser in großen Mengen zugeführt werden. Für ein Naturbad in Schopfheim könnten das bis zu 200 Kubikmeter pro Tag sein.
Aufwändiger Betrieb
Algenbildung auf Oberflächen erhöht die Rutschgefahr bei Zugängen und im Becken und erfordert häufigere Reinigungsmaßnahmen.
Unerwünschte Tiere wie Wasservögel und Ratten müssen aktiv ferngehalten werden, da ihr Kot die Wasserqualität stark beeinträchtigt.
